zu Kohlis Garten

Geschichte

Alte Landkarte mit den Lavendel-Orten Provence, Grasse und Mitcham, ein Bund getrockneter Lavendel und ein Parfumflakon

Lavendel ist eine Pflanze mit langem Gedächtnis: Er duftete in römischen Bädern, mittelalterlichen Klostergärten, englischen Wäscheschränken und französischen Parfümfabriken.

Woher der Name kommt

Oft wird der Name vom lateinischen lavare (waschen) abgeleitet, weil Lavendel dem Badewasser zugesetzt wurde. Sprachwissenschaftlich ist das umstritten: Möglich ist auch eine Herkunft von livere, bläulich sein. Die Waschgeschichte hat sich trotzdem durchgesetzt, und sie passt gut.

  1. Bäder und Heilkunde

    Griechen und Römer kennen Lavendel als Duft- und Heilpflanze. Der Arzt Dioskurides beschreibt im 1. Jahrhundert den Schopflavendel, damals „Stoechas“ genannt.

  2. Klostergärten

    Benediktinermönche bringen Lavendel über die Alpen. In Klostergärten wächst er als Heilkraut; Hildegard von Bingen beschreibt ihn im 12. Jahrhundert, unter anderem gegen Läuse.

  3. Gegen Pest und Gestank

    Lavendelsträußchen sollen vor Krankheiten schützen und üble Gerüche überdecken. Handschuhmacher parfümieren ihr Leder mit Lavendel.

Englands Lavendel

In England wurde Lavendel zur Gartenmode. Rund um Mitcham südlich von London entstanden ab dem 18. Jahrhundert große Felder, und „English Lavender“ galt lange als feinstes Lavendelöl der Welt. Lavendelwasser wurde zum Alltagsduft, Lavendelsäckchen lagen in jedem Wäscheschrank.

  1. Mitcham

    Die Felder südlich von London liefern ein besonders feines Öl. Die Ortschaft wird zum Inbegriff für englischen Lavendel.

  2. Lavendelwasser

    Duftwasser mit Lavendel gehören zum Alltag. Straßenhändler verkaufen in London frische Lavendelbündel.

  3. Hidcote und Munstead

    Zwei englische Sorten entstehen, die bis heute zu den beliebtesten Gartenlavendeln gehören.

Die Provence wird violett

In der Provence sammelten Bauern lange wilden Lavendel an den Berghängen und destillierten ihn in mobilen Brennereien. Mit der wachsenden Parfümindustrie in Grasse stieg die Nachfrage, und aus dem Sammeln wurde Anbau.

  1. Wildlavendel für Grasse

    Die Parfümeure von Grasse kaufen das Öl von wild gesammeltem Lavendel aus den Bergen der Haute-Provence.

  2. Die ersten Felder

    Auf dem Plateau von Valensole und rund um Sault entstehen die berühmten Reihenfelder.

  3. Lavandin setzt sich durch

    Der ertragreichere Lavandin verdrängt auf vielen Feldern den Echten Lavendel, denn er liefert ein Vielfaches an Öl.

  4. Weltweite Kulturpflanze

    Neben Frankreich gehört Bulgarien zu den größten Produzenten von Lavendelöl. Auch in Spanien, England, Australien und den USA gibt es Lavendelfarmen.

Alle hier genannten Sorten finden sich in der Datenbank.