Gesundheit

Lavendel gilt seit Jahrhunderten als Pflanze der Ruhe. Für einige Anwendungen gibt es inzwischen gute wissenschaftliche Belege, für andere vor allem eine lange Tradition.
Was in Lavendel steckt
Die Wirkung geht vor allem auf das ätherische Öl zurück, das in den Blüten steckt. Seine Hauptbestandteile Linalool und Linalylacetat wirken nach heutigem Wissen beruhigend auf das Nervensystem. Dazu kommen Gerbstoffe, die leicht zusammenziehend wirken, und Flavonoide.
Unruhe und Anspannung
Ein standardisiertes Lavendelöl in Kapselform ist in Deutschland als Arzneimittel bei Unruhezuständen mit ängstlicher Verstimmung zugelassen. Mehrere Studien sprechen für eine angstlösende Wirkung, ohne müde zu machen.
Einschlafen
Die Europäische Arzneimittel-Agentur führt Lavendelblüten und -öl als traditionelles Mittel bei leichten Stresssymptomen und als Einschlafhilfe. „Traditionell“ heißt: lange bewährt, aber nicht in großen Studien belegt.
Magen und Darm
Als Tee wird Lavendel traditionell bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl getrunken.
Duft und Entspannung
Kleine Studien deuten an, dass der Duft entspannen kann. Die Belege sind aber deutlich schwächer als bei der Einnahme von Lavendelöl-Kapseln.
Lavendeltee
Ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blüten mit 150 ml heißem Wasser übergießen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Pur schmeckt der Tee recht blumig; mit Melisse, Kamille oder Pfefferminze wird er runder.
Mythen und Fakten
MythosLavendel schläfert sofort ein.
Lavendel kann beim Abschalten helfen, ist aber kein Schlafmittel. Die Wirkung ist sanft und zeigt sich oft erst nach einigen Tagen regelmäßiger Anwendung.
MythosÄtherisches Öl kann man pur auftragen.
Unverdünnt kann es die Haut reizen. Für die Haut immer in einem fetten Öl verdünnen.
StimmtLavendel hält Motten fern.
Der Duft vertreibt Kleidermotten tatsächlich zum Teil. Die Säckchen müssen aber regelmäßig erneuert werden, sobald der Duft nachlässt.
MythosJeder Lavendel ist gleich.
Echter Lavendel, Lavandin und Speik-Lavendel unterscheiden sich deutlich in ihren Inhaltsstoffen. Für Arzneimittel wird Echter Lavendel verwendet.
StimmtLavendel lockt Bienen an.
Und zwar viele: Lavendel ist eine der besten Bienenweiden im Sommer.
Wann Vorsicht geboten ist
Ätherisches Lavendelöl ist hoch konzentriert. Es gehört nicht in die Nähe von Säuglingen und Kleinkindern und sollte nicht eingenommen werden, wenn es nicht ausdrücklich als Arzneimittel dafür gedacht ist. Für Katzen sind ätherische Öle problematisch, weil sie bestimmte Stoffe kaum abbauen können.
Wer schwanger ist, stillt, regelmäßig Medikamente nimmt oder zu Allergien neigt, spricht vor der Einnahme von Lavendelöl-Kapseln mit Arzt oder Apotheke. Häufigste Nebenwirkung der Kapseln ist Aufstoßen mit Lavendelgeschmack.
Die Informationen auf dieser Seite sind allgemeiner Natur und ersetzen keinen ärztlichen Rat.