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Allgemeines

Lavendelfeld im Abendlicht mit Steinhaus und Baum am Horizont

Lavendel ist ein kleiner, verholzender Strauch aus dem Mittelmeerraum. Er ist eine der wenigen Pflanzen, die Gärtner, Köche, Parfümeure und Bienen gleichermaßen lieben. Botanisch gehört er zur Gattung Lavandula in der Familie der Lippenblütler, ist also ein naher Verwandter von Rosmarin, Salbei, Thymian und Minze.

Lavendel ist ein Halbstrauch: Die unteren Triebe verholzen mit den Jahren, die oberen bleiben krautig und tragen im Sommer die typischen Blütenähren. Die schmalen, graugrünen Blätter sind fein behaart. Die Härchen schützen vor Verdunstung, ein Erbe der trockenen, steinigen Hänge, auf denen die Wildformen wachsen.

Die wichtigsten Arten

Je nach Zählweise gibt es rund 40 Lavendel-Arten und Hunderte Sorten. Fast alles, was man in Gärtnereien bekommt, gehört zu einer dieser vier Gruppen.

Lavandula angustifolia

Echter Lavendel: Hidcote, Munstead, Ellagance

Der Klassiker für deutsche Gärten: kompakt, gut winterhart und mit dem feinsten Duft. Nur er eignet sich wirklich für die Küche, und aus ihm wird das hochwertigste Lavendelöl gewonnen.

Lavandula × intermedia

Lavandin: Grosso, Phenomenal, Grappenhall

Eine Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speik-Lavendel. Größer, mit langen Stielen und viel mehr Öl, aber einem herberen, leicht kampferartigen Duft. Die berühmten Felder der Provence bestehen überwiegend aus Lavandin.

Lavandula stoechas

Schopflavendel: Anouk, Kew Red, Ballerina

Erkennbar an den auffälligen „Hasenohren“ an der Spitze jeder Ähre. Er blüht schon ab Mai, ist aber frostempfindlich und in den meisten Regionen Deutschlands etwas für Topf und Kübel.

Lavandula latifolia

Speik-Lavendel

Breitere Blätter, verzweigte Blütenstiele und ein kräftig-kampferiger Duft. Im Garten selten, aber als Elternteil des Lavandins von großer Bedeutung.

Woher der Duft kommt

Der Duft steckt in winzigen Öldrüsen auf Blüten, Kelchen und Blättern. Hauptbestandteile des Lavendelöls sind Linalool und Linalylacetat, die für die weiche, blumige Note sorgen. Lavandin und Speik-Lavendel enthalten zusätzlich mehr Kampfer und Cineol. Deshalb riechen sie frischer, schärfer und etwas medizinisch.

Am stärksten duftet Lavendel an warmen, sonnigen Tagen, wenn sich die ersten Blüten einer Ähre öffnen. Wer an einer Ähre reibt, setzt das Öl frei: Der Duft bleibt noch lange an den Fingern.

Ein Magnet für Insekten

Eine blühende Lavendelhecke summt: Honigbienen, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge wie das Taubenschwänzchen besuchen die Blüten. Weil Lavendel über Wochen nacheinander aufblüht, ist er eine verlässliche Nahrungsquelle im Hochsommer. Wer Insekten helfen will, wählt ungefüllte Sorten und schneidet erst nach der Hauptblüte.

Blütenfarben

„Lavendelblau“ ist nur eine von vielen Farben. Je nach Sorte reicht die Palette von reinem Weiß über zartes Rosa bis zu tiefem Dunkelviolett.

Weißz. B. Alba, Edelweiss
Rosaz. B. Hidcote Pink
Hellblauz. B. Ellagance Sky
Lavendelblauz. B. Munstead
Violettz. B. Grosso
Dunkelviolettz. B. Hidcote
Purpurrotz. B. Kew Red

Lavendel im Garten

Lavendel passt in Steingärten, an Wegränder, in Kräuterbeete und als niedrige Einfassung. Die oft empfohlene Kombination mit Rosen sieht schön aus, ist aber ein Kompromiss: Rosen mögen nährstoffreichen, feuchten Boden, Lavendel einen mageren und trockenen. Besser funktioniert er mit Salbei, Thymian, Katzenminze, Schafgarbe oder Gräsern.

Wie man Lavendel selbst zieht und pflegt, steht unter Anbau. Was sich in der Küche daraus machen lässt, unter Kulinarisches.